Frankfurter Juden erkaufen sich Bürgerrecht - 28.12.1811 / 199 Jahre

Judenemanzipation im Großherzogtum Frankfurt: Die Frankfurter Judenschaft erkauft sich durch Zahlung von 440.000 Gulden die Zusage voller bürgerlicher Rechte. Juden in Frankfurt können erstmals ein Handwerk erlernen und ausüben, das Ghetto verlassen, in Konkurrenz zu christlichen Kaufleuten und Händlern treten und Ämter übernehmen. - Die Judenemanzipation der Dalberg-Zeit wird mit der Verfassung von 1816 (Freie Stadt) weitgehend wieder eingeschränkt, wirkt aber als liberales Vorbild geistig-politisch fort: 1824 erhalten die Frankfurter Juden die privatrechtliche Gleichstellung - Zugang zu Groß- und Kleinhandel und Freiheit der Wohnungslage - zurück, die staatsrechtliche Gleichstellung erst 1853.